Welcome to Trashville

Der Peter und der Marc, die sind gemeinsam stark. Für diesen Reim würde ich mich auf der Stelle entschuldigen, entspräche seine blöde Einfallslosigkeit nicht dem Niveau einer Veranstaltung, über die faz.net vor kurzem recht anmutig berichtete und die Hal Faber boshaft wie treffend (was bei ihm die Regel ist) schildert. Für zahlreiche Kunden der Herren Thiel und Zuckerberg gilt (danke, Reimlexikon): getretener Quark wird breit, nicht stark. Und fühlt, au wei, sich wohl dabei (danke, Reimlexikon). Mark Z., der mit Grund vergnügte fidele Bengel aus der Neuen Welt, meint es gut mit aller Welt, darunter auch der Alten Welt, die er unlängst froh behoppelte und die daraufhin noch besser wurde, was ihm Bill Gates in einer verflennten Huldigungsdepesche live bescheinigte. Nun heißt es: Wir machen alle mit! Keine Scheu vor der Verblödung! Disziplinierung ist schön! Dies der tiefere Sinn der seichten Veranstaltung, der die Anwesenden wie eine Horde Herde Versuchstiere aussehen, aber nicht aus der Wäsche glotzen ließ, denn nicht mal dazu reichte es, denn die Physiognomien blieben hinter Masken größer als Taucherbrillen verborgen, was je nach Fall zur mehr oder weniger nilpferdmäßigen Verunstaltung beitrug. Dazwischen, lt. Foto wohl unmaskiert, Marc Zuckerberg. Ob Martin Schulz, Präsident des Europa-Parlaments, maskiert war, ist nicht zuverlässig bekannt, es und er sahen aber sehr danach aus.

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Von Herrn Peter Thiel, Kolossal-Investor und Milliardär weil Facebook-Aktionär der ersten Stunde, erfuhr man schon zuvor sensationelles (s.o.): er sei für mehr Freiheit und für weniger Staat, rumms. Der vor allem behindere „Innovation“. Wörtlich: „Uns wurden fliegende Autos versprochen – stattdessen geben wir uns mit 140 Zeichen für moderne Kommunikation zufrieden“. Ja mei. Was reihert der reiche Rebell da bloß? Wen meint der fesche Bubi mit „wir“? Mir hat noch nie jemand ein fliegendes Auto versprochen und mich dann mit 140 Zeichen abgespeist. Der kleine Artikel, den ich grad verfasse, bringt es auf weit mehr, das ganze trotz knechtendem Staat und ganz ohne fliegende Autos.

An die ich mich gut erinnere (übrigens auch an die, deren Flugbahn aus der Kurve über den Straßenrand und den Fluß hinaus und in die Wälder oder gegen einen Baum am Wegesrand führte, was jährlich ca. 20.000 Verkehrstote in der jungen BRD verursachte; beliebte Modelle waren u.a. Lloyd Alexander TS, NSU Prinz I, DKW 3=6, DKW F 12, BMW 700): die Zeitung Hobby, zu deren kindlichen Lesern ich vor vielen Jahren gehörte, versprach Ringflügler, atomgetriebene Lastwagen, Flüge zu Mond und Mars und, nun eben, fliegende Autos mit vollverglaster Kanzel (s. statt vieler nur hobby Das Magazin der Technik, Heft Nr. 8/1956). Darinnen saßen blendend gutgelaunte Führungspersönlichkeiten mit Seitenscheitel, Typ Rock Hudson, und ihre makellosen Ehefrauen, Typ Doris Day (daß Rock Hudson sich in Wahrheit gar nichts aus Mädchen machte, war damals nicht bekannt).

Hinter diesen Visionen bleibt die Wirklichkeit zurück, keine Frage. Wer ihr das im Erwachsenenalter immer noch übelnimmt, hat es vom Bankert zum Bengel gebracht, der sich mit kernigen Platitüden interessant macht. Fehlt bloß noch ein Publikum. Aber nicht lange: schon kommt es froh herbeigehoppelt. Vorneweg und strahlend Martin Schulz.

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